Grenzen 1

Vivi Taxis und ich haben hier vier Themen kombiniert, die gar nichts miteinander zu tun haben:

  • Die aktuelle Situation der Flüchtlinge
  • Satellitenbilder der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA
  • Philosophische Fragen
  • Die Kreuzwegbilder in der Kapelle des Bischöflichen Jugendamtes

1.) Wo endet die Menschlichkeit

2.) Wieviel kostet eine Grenze

3.) Warum verstehen wir uns nicht

4.) Wie weit gehe ich

5.) Wie heißt die Grenze zwischen uns

6.) Woran grenzt das Überall

7.) Wo beginnt Heimat

Und plötzlich haben diese vier Ebenen doch etwas miteinander zu tun.

Die Bilder sollen in der Kapelle fremd wirken. Störend. Wie flüchtig aufgehängt. Während der Flucht aufgehängt. Wir wollen unklar lassen, wozu: Als Erinnerungsbilder an die ferne Heimat? Als aktuelle Satelliten-Nachrichten über die chaotische Situation? Als Vermisstenanzeigen? Als Protestplakate? Als Werbung für eine Veranstaltung? Was sie zeigen, sind fremd wirkende Muster. Keine politischen Grenzen, keine Menschen. Die Bilder sollen selbst wie Flüchtlinge wirken: Fehl am Platz. Als hätte sie jemand vergessen. Nur schwer zu verstehen. Aus sehr großer Distanz betrachtet. Sie sind nicht fest verbunden. Sie sollen den Aufräumdrang wecken: Die gehören hier nicht her! Aber sie sind nun mal da. Und jetzt? (Und es fällt uns wirklich schwer, die Bilder bewusst in dieser Schlampigkeit hängen zu lassen! Immer wieder würden wir sie gerne gerade rücken, den Klebestreifen schöner anbringen, …)

Über den Bildern haben wir Fragen gedruckt wie „Wo endet die Menschlichkeit?“. Wieder ein Spiel mit Assoziationen: Bezieht sich die Frage auf das Bild? Wo liegt in dieser Luftaufnahme die Grenze zur Menschlichkeit? Ist diese Frage aus distanzierter Vogelperspektive gestellt? Oder ist es eine Frage, die heranzoomt? Werde ich gefragt? Bezieht sie sich auf die Darstellung des leidenden Jesus neben dem Plakat?

Ein anderes Bild, eine andere Frage: „Wo beginnt Heimat?“ – Stört dieses Plakat nicht selbst das Heimatgefühl der Kapelle? Ist diese Kapelle Teil meiner Heimat? Was machen Flüchtlinge mit ihr? Kann ein Satellit Heimat abbilden? Wie weit muss ich weg sein, um meine Heimat zu erkennen? Geht Jesus am Kreuz heim zum Vater? …

Wir haben keine eindeutige Botschaft, sondern möchten mit dieser Installation zum Nachdenken provozieren. Wir wollen Fragen stellen, andeuten und mit möglichen Zusammenhängen (oder Widersprüchen?) spielen.

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