pfingsten

Diese Bilder sind keine Fotomontage. Auf oder vor einem Spiegel, in dem der Himmel zu sehen ist, habe ich den Körper des Gekreuzigten platziert. Und mich gefragt: Was wäre, wenn der Himmel ein Spiegel wäre?

Wäre der Himmel ein Spiegel, der nicht die Seiten, sondern die Zeiten verkehrt,

so, als wäre die Zukunft schon Vergangenheit,

so, als sei schon geschehen, was noch kommt,

so, als könnte ich nach vorne schauen,

und trotzdem die Dinge vom Ende her betrachten,

so, als befände ich mich hinter seinem Blau an einem ewigen Ort,

zwischen denselben Horizonten zwar, doch jenseits der Zeit,

so, als sähe ich die Welt aus ihrer Vollendung heraus,

so, als blickte ich auf mich zurück,

so, als kenne ich die Heimat schon, nach der ich suche,

so, als schaute ich in aller Ruhe von der anderen Seite auf meine Ängste,

so, als nähme ich den Krieg vom Frieden her wahr,

so, als erkenne ich in meiner Sehnsucht schon die Umarmung,

in meiner Verwirrung schon die Vergebung,

in meinem Sprechen schon das ganze Schweigen,

in meinen Fragen schon dieses einfache Eine,

so, als sähe ich die Schatten aus der Perspektive des Lichts,

so, als wüsste ich bereits, dass alles gut sein wird,

so, als wäre genau jetzt schon Unendlichkeit,

so, als ergäben alle Bruchstücke ein Bild,

und es wäre nichts mehr hinzuzufügen

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2 Antworten zu “pfingsten

  1. Diese Gedanken- ich bin sehr nachdenklich, fasziniert, auch sprachlos.
    Danke für diese Gedanken.
    Deine Ma

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